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  • 8 Beitrag von Sagittarius

Thema: [Testbericht] Sony PRS-T2 - Erfahrungsbericht

  1. #1
    Gastblogger Avatar von Sagittarius
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    [Testbericht] Sony PRS-T2 - Erfahrungsbericht

    Hallo zusammen,

    da ich seit geraumer Zeit einen E-Reader von Sony habe, möchte ich hier mal meine Meinung/Erfahrung zu dem Gerät kundtun.


    Erfahrungsbericht: Sony PRS-T2
    Der eBook-Reader PRS-T2 gehört sicherlich zu den interessantesten Alternativen zu Amazons Kindle-Geräten. Er besitzt ein 6"-E-Ink-Display (einfarbig, 800 x 600) mit Multi-Touch und 2 GB integrierten Flashspeicher. Sony verlangt für den Reader 139 €, aber es gibt ihn auch bei diversen Anbietern in verschiedenen Aktionen für weniger angeboten.

    Technische Infos gibt es hier: Sony PRS-T2 oder hier: Datenblatt

    Lieferumfang
    Reader PRS-T2: Der Reader macht einen gut verarbeiteten und hochwertigen Eindruck. Mit 164 g Gewicht lässt er sich auch lange in der Hand halten und ist damit für lange Lese-Sessions geeignet. Das Gehäuse ist aus Plastik gefertigt, welches aber sehr griffig ist und dennoch hochwertig wirkt. An der Verarbeitung lässt sich nichts bemängeln, die Knöpfe, mit denen sich das Gerät neben dem Touchscreen bedienen lässt, und der Power-Schalter lassen sich gut bedienen; nichts knarzt. Das Design ist auf Funktionalität ausgelegt und entsprechend unauffällig, aber dennoch sehr ansprechend. Am PRS-T2 findet man einen micro-USB-Anschluss, einen Resetknopf, einen Einsteckplatz für micro-SD-Karten und den Ein-/Ausschalter, der allerdings sehr ungünstig an der Unterseite des Geräts platziert ist.

    Ladekabel: Als Ladekabel dient das micro-USB-Kabel, welches mit ca. 1,5 m für meine Verhältnisse recht kurz ist. Optional ist ein AC-Adapter für das deutsche Stromnetz erhältlich, welches ca. 2 m lang ist.

    Stylus: Der Stylus ist ein Eingabestift für den Reader mit sehr guten Schreibeigenschaften. Für mich dient er vor allem dazu, den Touchscreen nicht zu sehr zu verdrecken und zur Eingabe über die Bildschirmtastatur, was sehr gut funktioniert.

    Praxisbetrieb
    Der Reader lässt sich durch einen längeren Druck auf den Ein-/Ausschalter starten. Beim Startvorgang nimmt er sich etwas Zeit, im Vergleich zu Tablets dauert es etwas länger. Danach findet man sich auf dem Homescreen wieder. Dieser zeigt das zuletzt gelesene Buch auf ca. 1/3 des Bildschirms an. Darunter befinden sich die vier zuletzt hinzugefügten Bücher, was ca. 7/15 des Bildschirms beansprucht. Der restliche Platz wird von vier Shortcuts genutzt, die zum Bücherregal, zum Reader Store, zu weiteren Shops wie z. B. ebook.de und zu weiteren Anwendungen des Geräts führen. Letztgenannter Shortcut führt dann zum Browser, zu den Einstellungen, den Alben (für Periodika, Notizen, handschriftlichen Aufzeichnungen mit dem Stylus, Text-Memos und Bilder), den Wörterbüchern und den Set-ups für die Facebook-Anwendung (z. B. teilen, welches Buch man gerade liest oder Zitate) und Evernote.
    Der Datenaustausch mit dem PC erfolgt über das beiliegende Kabel (oder über den Browser via Clouddienst). Dazu kann man die mitgelieferte Software nutzen, dazu aber später mehr.
    E-Books lassen sich auch via W-LAN von der Onleihe herunterladen, was vor allem bei Viellesern den Geldbeutel schont.
    Das E-Ink-Display sorgt für ein scharfes und kontrastreiches Textbild, auch Bilder sehen dank der 16 Graustufen gut aus. Im Vergleich zu den Displays von Tablets, die oft spiegeln, besitzt der Reader gerätetypisch ein mattes Display, was das Lesen vor allem bei viel Licht erleichtert.
    Der Bildschirm bringt aber den Nachteil von E-Ink-Displays mit sich: die fehlende Displaybeleuchtung. Im Freien und bei Tag stört das wenig, es liest sich wie auf Papier. Wer aber auch im Dunkeln oder in schwach beleuchteten Räumen lesen will, benötigt eine externe Lichtquelle (Leselicht, Case mit integrierter Lampe ect.). Hier zeigt sich ein deutlicher Vorteil der Geräte, die mit einem beleuchteten Bildschirm ausgestattet sind (z. B. Kindle Paperwhite).
    Auch ist die Displayauflösung mit 800 x 600 nicht mehr auf dem neuesten Stand bei den Readern, der Paperwhite hat mehr, was beim Lesen aber nicht stört.

    Der IR-Touchscreen reagiert auf Berührungen mit den Fingern oder dem Stylus fehlerfrei und recht schnell, nur bei großen Dokumenten dauert es wenige Sekunden, bis die Seite wechselt. Insgesamt ist die Bedienung aber flüssig, für große Hände empfiehlt es sich aber (besonders bei Tastatureingaben im Hochformat) den Stylus zu verwenden.

    Von den integrierten 2 GB lassen sich 1,2 GB nutzen, der Speicherplatz ist aber erweiterbar um bis zu 32 GB, das reicht für jede Büchersammlung. Vorinstalliert findet man eine Gebrauchsanweisung sowie die Bücher Schlossblick, Opfertod und Apocalypsis 1.

    Die unterstützten Formate findet ihr im Datenblatt, im Vergleich zum Vorgänger PRS-T1 fällt die fehlende mp3-Wiedergabe auf. Amazon-Formate lassen sich natürlich mit diesem Reader nicht betrachten, dafür steht einem die ganze Welt der Verlagsshops (z. B. Mayersche, Thalia etc.) sowie die Onleihe der Bibliotheken (besonders für Vielleser interessant) offen.

    Die Akkulaufzeit wird von Sony mit zwei Monaten (WLAN deaktiviert) bzw. ungefähr sechs Wochen (WLAN aktiviert) angegeben. Letztere konnte im Test in etwa mit 4 Tagen Toleranz bestätigt werden, erstere ist etwas optimistisch geschätzt, im Test erreichte die Akkulaufzeit ohne aktiviertem WLAN ca 1,5 Monate, je nach Nutzungsintensität.
    Auffällig: Währen der kalten Tage habe ich den Reader öfter im Rucksack mitgenommen. Überraschend war, dass die Laufzeit des Akkus plötzlich um einiges geringer war als bei der Nutzung in Räumen bei Zimmertemperatur. Die Ladezeit beträgt am PC ca. 3 h. Mit dem optionalen Ladekabel verkürzt sich diese auf ca. 2 h. Diese Herstellerangaben konnten im Test ungefähr bestätigt werden.

    Die mitgelieferte Software reicht für die meisten Anwender. Sie gewährleistet die Synchronisation des Readers mit dem PC und verrichtet die Arbeit, die sie tun soll: den Reader mit Dateien bestücken. Negativ fällt hingegen auf, dass die Einstellungen sehr spartanisch sind und bei mir die Autosynchronisation immer beim Verbinden des Readers mit dem PC gestartet ist. So landeten auch Dokumente auf dem Reader, die ich eigentlich nur auf dem PC haben wollte.
    Danach bin ich auf Calibre umgestiegen. Dies hat den Komfort deutlich erhöht.

    Fazit
    Der Sony Reader PRS-T2 ist ein guter 6"-Reader, mit dem E-Reading Spaß macht. Wer sich nicht an Amazon binden will, findet hier eine gute Alternative zu den Kindle-Geräten. Die mitgelieferte Software ist allerdings recht umständlich und bietet nicht viele Möglichkeiten, hier sollte man besser auf Calibre umsteigen.

    Preis/Leistungsverhältnis
    Positiv für den Preis ist die Ausstattung des Readers und die Möglichkeit, handschriftliche Notizen anzulegen. Dazu kommen die große Mobilität durch das geringe Gewicht, was sich besonders bei langer Nutzung positiv bemerkbar macht.
    Die fehlende Displaybeleuchtung (wie beim Paperwhite oder vergleichbaren Geräten der aktuellen Reader-Generation) ist für den aktuellen Preis allerdings nicht gerechtfertigt.
    Allerdings gibt es den Reader wie eingangs erwähnt bei einigen Anbietern zu günstigen Aktionspreisen, oft im Paket mit weiteren Büchern.

    Alternativen
    Die einzige echte Alternative hinsichtlich Verarbeitung und Ausstattung ist der aktuelle Kindle Touch oder der Paperwhite, der schon ein beleuchtetes Display bietet. Der Nachteil ist hierbei allerdings, dass man sich fest an das Amazon-Ökosystem bindet und keine Bücher aus anderen Shops oder der Onleihe beziehen kann.
    Hier muss jeder für sich entscheiden, was für ihn persönlich wichtig ist.


    Dies ist mein 1. Reader und ich habe den Kauf nicht bereut, wer also keine Bindung an Amazon möchte, sollte hier mal einen Blick draufwerfen. Eins muss aber klar sein: Ein Reader lohnt sich meiner Meinung nach nur für Vielleser.

  2. #2
    Lvl 000001 Avatar von Andreas G
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    [Testbericht] AW: Sony PRS-T2 - Erfahrungsbericht

    Das nenne ich mal einen sehr schönen und ausführlichen Testbericht.

    Nutze momentan noch einen Kindle, aber wie man sieht gibt es auch andere großartige E-Book Reader

    gesendet von meinem AOSPA Nexus 4

  3. #3
    Moderator Avatar von Tobias
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    Hi Sagittarius,
    danke fuer deinen Beitrag! Gibt es denn "echte" Gruende, warum man sich nicht an Amazon binden will? Also du hast ja mit dem Whisper-Net ja auch Moeglichkeiten deine Dokumente auf einen Kindle zu bekommen. Rein neutrale Frage.

    Haettest du Lust den Beitrag als Gastblogger zu veröffentlichen? Wenn ja, einfach eine PM an mich.

    LG, Tobi
    Best Regards. When you see answers and helpful posts, please click Like, and/or Mark As Answer. This helps us build a healthy and positive community.

  4. #4
    Moderator Avatar von Simon
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    Super Bericht.
    Ich nutze selber exakt den selben Ebook Reader und bin sehr zufrieden.

    Insbesondere die Onleihe sprach für mich gegen einen Kindle. Das übliche Format dort ist .epub, welches leider von keinem Kindle unterstützt wird. Eine ständige Umwandlung ist nervig, wenn überhaupt möglich. Da die Dateien der Onleihe nur eine beschränkte Zeit nutzbar sind, wäre es nichtmal legal den Schutz zu umgehen.
    Und gerade epub bereitet Spaß am Ebook lesen (okay das Kindle format kann bestimmt ähnliches). Ohne amazon ist man aber nicht auf einen Shop angeweisen und kann diverse Onlineshops gut nutzen.

    Was von dir noch nicht erwähnt wurde sind die Hardwaretasten unter dem Display. Ich nutze die, wenn ich gerade mal nicht mit dem Finger wischen will, sei es wegen Schmutz oder sonst weshalb. Den Stylus hingegen hab ich nie mit, da ich die Notzifunktion nicht nutze.

    Edit:
    Ganz vergessen: Auf dem PRS T2 läuft wie schon auf dem Vorgänger PRS T1 Android. Dieses lässt sicht per Computer rooten und so finden auch andere Apps, wie z.B. die Kindle App von amazon den Weg auf den Reader. (Habe ich selber noch nicht ausprobiert, da für mich da kein Bedarf besteht)
    Hast du Fragen, Probleme oder bist mit irgendwas nicht einverstanden?
    Schreib mir oder kontaktiere einen Moderator deines Vertrauens.

  5. #5
    Lvl 000000 Avatar von Deniel
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    Schöner Bericht, bin auch schon seit längerem am überlegen ein eBook-Reader zu kaufen.

    Zitat Zitat von Tobias Beitrag anzeigen
    Gibt es denn "echte" Gruende, warum man sich nicht an Amazon binden will? Also du hast ja mit dem Whisper-Net ja auch Moeglichkeiten deine Dokumente auf einen Kindle zu bekommen. Rein neutrale Frage.
    Also es ist jetzt nicht so, dass das täglich passiert, aber es kam ja schon vor, dass Amazon per Remote Inhalte vom Kindle gelöscht, oder es gleich komplett gesperrt hat:
    E-Reader Kindle: Amazon löscht digitale Exemplare von "1984" - SPIEGEL ONLINE
    Amazon sperrt Account einer Kindle Nutzerin samt Bibliothek - SPIEGEL ONLINE


    Wie ist das eigentlich bei iTunes und Google Play, gab es dort schon ähnliche Vorfälle?.

  6. #6
    Gastblogger Avatar von Sagittarius
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    Dankeschön für Lob und Feedback!

    Zitat Zitat von Tobias Beitrag anzeigen
    Gibt es denn "echte" Gruende, warum man sich nicht an Amazon binden will?
    Für mich spricht, wie von Simon schon ausgeführt, vor allem die nicht nutzbare Onleihe gegen den Kindle. Meine Bibliothek bietet recht viele Bücher online an, weswegen das mein K.O.-Kriterium war. Daneben finde ich es gut, auf mehrere Shops zugreifen zu können und nicht nur auf Amazon angewiesen zu sein. Zwar kann ich dann nicht unbedingt die Amazon-Bücher lesen (wobei es da auch nicht legale Möglichkeiten gibt), aber das ist für mich jetzt kein großes Manko.

    Zitat Zitat von Deniel Beitrag anzeigen
    Wie ist das eigentlich bei iTunes und Google Play, gab es dort schon ähnliche Vorfälle?.
    Google hat per Remote auch schon Apps gelöscht, dabei handelte es sich aber um "Demonstrationsmalware" von einem Sicherheitsunternehmen.
    Allerdings ist der Artikel schon etwas älter, weiß nicht ob es da noch aktuellere Vorfälle gab.

    LG
    Sagittarius

  7. #7
    Moderator Avatar von Yannik
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    Danke für den aussagekräftigen Bericht, Sagittarius.

    Ich finde es sehr gut, dass du auch die zu bemängelnden Punkte ansprichst. Es kommt bei solchen Reviews leider allzu häufig vor, dass die Leute unbeabsichtigt in eine Art "Lobeshymne" verfallen - dein Bericht macht insgesamt einen recht objektiven Eindruck.

    Ich überlege schon eine Weile, mir einen E-Ink reader zuzulegen, da mir das Lesen auf Tablet-Display auf die Dauer doch zu anstrengend für die Augen ist.
    Ich werde deinen Bericht auf jeden Fall in meine Kaufentscheidung einbeziehen!

    Gruß,
    Yannik

  8. #8
    Gastblogger Avatar von MartinaSchein
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    Toller Bericht, @Sagittarius.

    Nachdem meine ersten beiden eBook-Reader ebenfalls von Sony waren - PRS-505 und PRS-650 - wollte ich mir letztes Jahr ursprünglich auch den T2 kaufen, habe mich jedoch ganz spontan wegen der zuschaltbaren Beleuchtung für den »Kobo Glo« entschieden.
    Diese Umentscheidung bereue ich absolut nicht - auch wenn ich das Gerät zu Beginn 2 x umtauschen musste. Die erste Charge, die mein Händler erhalten hatte, war wohl teilweise eine Nullserie. Der 3. »Kobo Glo« funktioniert jetzt super und nachdem ich die Beleuchtung einmal kennengelernt habe, möchte ich sie nicht mehr missen.
    Technik begeisterte Leseratte, eBook-Reader-Fan, Bloggerin und Android-Fan ... ach ja ... ferner eine ökologisch angehauchte, relativ gewaltlose links-radikale, dem universellen Denken verhaftete Freizeit-Nerd-Grufti.

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